Angeklagt! Mord oder Totschlag?

Dokumentation

  • Erstausstrahlung:
  • Länge: 45 Minuten
  • Sender: ZDFinfo

Produktion

  • EIKON Nord GmbH
  • Produktionsjahr: 2020
  • Produzent: Thorsten Neumann

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Auf der Nordseeinsel Juist wurde am 25. Juli 2013 eine junge Frau tot aufgefunden. Die Leiche war entkleidet. Der Täter wurde rasch gefasst und gestand den Mord an Alexandra Wehrmann. Die Angehörigen des Opfers gingen davon aus, dass er wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis gehen müsse. Doch das Gericht hatte Zweifel.

Was ist die gerechte Strafe für einen Menschen, der getötet hat? Mörder müssen lebenslang hinter Gitter, ein wegen Totschlags Verurteilter dagegen kann auf eine deutlich geringere Strafe hoffen.

Ein ähnlicher Fall auch in Berlin: Der Mann, der eine unbeteiligte Passantin bei einer Verfolgungsjagd tötete, wurde wegen Mordes angeklagt. Sein Opfer Johanna Hahn wollte am 6. Juni 2018 als Fußgängerin eine Straße überqueren. Die Ampel stand auf Grün. Doch Milinko P. ignorierte auf der Flucht vor der Polizei die rote Ampel und erfasste die 22-jährige Studentin mit seinem Auto. Sie war sofort tot. Die Staatsanwaltschaft plädiert später auf fahrlässige Tötung. Der Anwalt der Hinterbliebenen, Gregor Gysi, hingegen ist überzeugt: Es war Mord.

Auch in Neuruppin mussten sich eine Mutter und ihr erwachsener Sohn wegen Mordes vor Gericht verantworten. Doch es gab keine Leiche. Erst 16 Jahre nach dem Verschwinden von Maike Thiel wurden Christine S. und Michael S. angeklagt. Die beiden sollten ein Mordkomplott gegen die schwangere Ex-Freundin des Sohnes geschmiedet und Maike Thiel am 3. Juli 1997 getötet haben. Ihr angebliches Motiv: die drohenden Unterhaltszahlungen für Mutter und Kind. Doch vor Gericht stellte sich die Frage: Lässt sich ein Mord ohne Leiche beweisen?

Jeder Fall ist anders – und selten gibt es nach einem Tötungsdelikt Gewissheit über den Ausgang des Gerichtsverfahrens. War es Mord oder Totschlag? Oder womöglich nur "fahrlässige Tötung"? Wofür gibt es Beweise? Und was ist die angemessene Strafe für den Täter? Das Gericht muss eine Entscheidung treffen. Nach dem Gesetz. Im Namen des Volkes.

  • AutorSimone Dühring
  • AutorStefan Suchalla
  • AutorThomas Hinrichsen
  • KameraRobert Engelke
  • KameraErik Hartung
  • KameraThomas Henkel
  • KameraHans-Jörg Reinel
  • SchnittDaniel Probst
  • SprecherChristine Hegeler
  • Animationtricky Hamburg
  • ProduktionsleitungSusanne Gerriets
  • ProduzentThorsten Neumann
  • RedaktionSusanne von Oertzen, ZDFinfo