37°: Erste Liebe, zweite Chance

Zurück zur Jugendliebe

37°: Erste Liebe, zweite Chance
Gabi und Mirek haben sich und ihre Liebe nach 25 Jahren wiederentdeckt.
37°: Erste Liebe, zweite Chance
Gilla möchte Karel, ihre Jugendliebe aus Holland, wiederfinden. Über 52 Jahre sind seit ihrem letzten Treffen vergangen.
37°: Erste Liebe, zweite Chance
Nach fast 30 Jahren haben Gisela und Tim sich und ihre Liebe wiedergefunden.

Dokumentation

  • Erstausstrahlung:
  • Länge: 30 Minuten
  • Sender: ZDF

Produktion

  • EIKON Nord GmbH
  • Produktionsjahr: 2020
  • Produzent: Thorsten Neumann

Kontakt

Viele sind mit ihrer Jugendliebe zusammen aufgewachsen und teilen die gleichen Werte und Ansichten. Was aber bleibt von ihr? Oft ist es nicht mehr als ein Bündel Briefe. Sie kann aber auch aufleben – und zur großen Liebe werden.

"37°" begleitet drei außergewöhnliche Liebesgeschichten über ein Jahr und startet damit lange vor der Corona-Krise.
Giselas und Tims Geschichte ist fast unglaublich. 1982 lernt die 17-jährige Gisela einen jungen US-Amerikaner kennen, der auf der Durchreise ist. Die beiden verlieben sich ineinander und werden ein Paar. Gisela geht für ihn in die Staaten, nach zwei Jahren trennen sie sich unter Tränen. Giselas Eltern sind krank, sie wird in Deutschland gebraucht. Gisela heiratet einen anderen Mann, bekommt zwei Kinder. Die Familie wird von Schicksalsschlägen heimgesucht: Giselas Eltern sterben sehr früh, dann stirbt ihr Mann mit nur 33 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. 2014 hat Giselas Sohn eine schwere Depression und nimmt sich das Leben.
Im selben Jahr taucht über ein berufliches Netzwerk auf einmal Tim wieder in ihrem Leben auf. Er schreibt ihr fortan jeden Tag und schafft es, Gisela in dieser dramatischen Lebensphase aufzufangen. Gisela und Tim begegnen sich schließlich nach fast 30 Jahren zum ersten Mal wieder und erleben die ganz große Liebe. Was bislang eine Fernbeziehung ist, ändert sich im Laufe des Films. Tim zieht nach Deutschland. Er kann nicht mehr ohne Gisela sein und lässt dafür seine beiden Töchter (20 und 22) in den USA zurück. Sein Haus am Pazifik tauscht er gegen ein kleines Apartment in Kassel, wo er eine Stelle als Lehrer an einer bilingualen Schule gefunden hat. Das neue Leben kann endlich beginnen – ein Leben voller Herausforderungen.
Gabi und Mirek geben für ihre wiederentdeckte Liebe ebenfalls viel auf, Mirek wird von großen Teilen seiner Familie bis heute gemieden – für ihn eine schlimme Situation. Die Liebesgeschichte von Mirek und Gabi beginnt 1983 im Skilager und endet ganz schnell wieder – wegen eines Missverständnisses. Gabi bekommt später mit einem anderen Mann zwei Kinder, Mirek wird ebenso Vater von zwei Kindern. 2008 findet ein Schultreffen statt. Mirek geht auf Gabi zu und gesteht ihr ohne große Umschweife, dass er damals verliebt in sie war. Was dann kommt, sind extreme Höhen und Tiefen, immer begleitet von dem Wissen, dass Unumkehrbares passieren wird.
Mireks Verhältnis zu den beiden Söhnen ist sehr eng, ihretwegen zieht er nicht zu Gabi und ihren beiden Kindern, ihretwegen führen sie seit elf Jahren eine aufreibende Wochenendbeziehung und pendeln 300 Kilometer zwischen dem Tegernsee und dem oberfränkischen Marktredwitz. Gabi und Mirek sind heute 52 und 53 Jahre alt und sind sich sicher: "Das, was wir leben, ist nichts für Feiglinge." Aber sie fühlen sich trotzdem vom Leben beschenkt.
Gilla lebt allein in Baden-Württemberg und ist fest entschlossen: Sie möchte Karel, ihre Jugendliebe aus Holland, wiederfinden. Über 52 Jahre sind seit ihrem letzten Treffen vergangen. Ihre Liebesgeschichte beginnt im Sommer 1967 bei einem Strandurlaub in Zandvoort. Gilla und Karel jedoch wissen, dass vieles gegen diese Beziehung spricht: die Entfernung, die eigenen Lebenspläne, die Abneigung von Karels Eltern gegenüber Deutschen. Dann ist der Sommer vorbei, und die beiden verlieren sich aus den Augen.
Jahrzehntelang macht Gilla einen Bogen um Karels Briefe. Jetzt, mit 71, will sie sich der Vergangenheit stellen, denn bei der Suche nach Karel braucht sie professionelle Unterstützung. Wird sie Karel finden? Und falls ja – gibt es ein Happy End für die beiden?
"37°" zeigt in diesem Film Menschen, die große Opfer bringen, um sich den Traum ihres Lebens zu erfüllen.

Erste Liebe, zweite Chance

Erfahrungsbericht der Autorin Dominique Klughammer

Die Idee zum Film

Wohl jeder, der über vierzig ist, kennt Menschen, die mit ihrer Jugendliebe wieder zusammengekommen sind. Dieses interessante „Phänomen“ betrifft vor allem Menschen im mittleren und hohen Alter, es existiert sogar ein Fachbegriff dafür: Rekindling.

Es gibt Gründe dafür, dass vielen ihre erste Liebe einfach nicht aus dem Kopf gehen will. In den Erinnerungen wird sie zum Reigen sonniger Tage und romantischer Augenblicke. Die erste Liebe hat viel mit Verzauberung zu tun. Die Projektion auf SIE oder IHN ist extrem.

Auch in meinem engeren Freundeskreis kenne ich Beispiele. Mit diesen Menschen führte ich die ersten Gespräche und bekam auch gleich erhellende Antworten auf meine vielen Fragen.

Vor allem in Umbruchzeiten kehrt die Jugendliebe mit aller Wucht zurück ins Gedächtnis: Die Ehe ist gescheitert, die Kinder sind groß, der Job ist nicht der richtige, das Gefühl, man müsste nochmal ganz von vorne anfangen, stellt sich immer häufiger ein...

Viele sind mit ihrer Jugendliebe zusammen aufgewachsen und teilen die gleichen Werte und Ansichten. Nur mit der früheren Liebe kann man über alte Zeiten reden und fühlt diese tiefe Vertrautheit. Was jedoch von ihr bleibt, ist oft nicht mehr als ein Bündel Briefe.

Mit Wehmut liest man nun diese Briefe und blickt auf die Vergangenheit, erinnert sich an die eigenen extremen Gefühle als Teenager.

 Was wäre, wenn? Was wäre, wenn? Diese bohrende Frage bricht sich immer mehr Bahn.

Die erste Liebe kann aufleben – und zur großen Liebe werden. Genau das haben meine Protagonistinnen und Protagonisten erlebt – und ich hatte das Glück, sie dabei zu begleiten...

Recherche und Protagonistensuche

Als ich mich auf Protagonistensuche für „Erste Liebe, zweite Chance“ begab, ahnte ich nicht, wie lange diese dauern würde. Für die ZDF-Reihe „37 Grad“ braucht es grundsätzlich starke Geschichten und Menschen, die bereit sind, sehr persönliche Dinge mit dem Team und letztendlich natürlich auch mit dem Zuschauer zu teilen.  

Auf jeden Fall suchte ich auf allen nur erdenklichen Wegen – über Privatkontakte, Zeitungsanzeigen, Organisationen, Verbände, Partnerschaftsbörsen und Social-Media-Kanäle.

Das erste Paar, Gabi und Mirek, war noch leicht gefunden, denn da hatte ich über viele Ecken mit Hilfe einer Bekannten Zugang bekommen. Gabi und Mirek sind ein tolles Paar, das seine Herausforderungen auf bewundernswerte Art und Weise meistert!

Gisela und Tim meldeten sich Monate später über ein Inserat in einem Wochenanzeiger. Ihre Geschichte ist so besonders und anrührend, dass ich sie zuerst kaum glauben konnte.

Da wir aber unbedingt auch eine aktive und aktuelle Suche nach der Jugendliebe im Film darstellen wollten, sollte die dritte „Geschichte“ uns am Ende fast ein Jahr Recherchezeit kosten...

Das ist das Risiko bei solchen Projekten – keiner weiß, wie lange es dauert und wie es ausgehen wird. Die meisten Menschen möchten mit einem so privaten Thema nicht an die Öffentlichkeit gehen und schon gar nicht das erste Telefonat oder die erste Begegnung mit ihrer Jugendliebe im Beisein eines Kamerateams erleben.

Gilla war schließlich bereit, sich mit uns auf die Suche nach Karel, ihre Jugendliebe aus Holland, zu machen. Eine unglaubliche Geschichte... Über 52 Jahre waren seit ihrem letzten Treffen vergangen. Ihre Liebesgeschichte begann im Sommer 1967 bei einem Strandurlaub in Zandvoort. Jahrzehntelang machte Gilla einen Bogen um Karels Briefe. Doch dann, mit 71, wollte sie sich plötzlich der Vergangenheit stellen.

Ich möchte als Filmemacherin hier nicht alles verraten. Doch soviel: Auch bei Gilla und Karel kam schließlich Corona dazwischen. Aber die Geschichte ist deswegen nicht zu Ende.  

 Nach einem so intensiven und langen Projekt ist man sehr vertraut mit den Menschen, die sich so wunderbar geöffnet haben. Ich habe – gerade mit Gisela und Tim – Drehtage erlebt, die im Prinzip drehbuchreif sind. Denn die Geschichte der beiden ist fast unglaublich. Ich bin immer wieder glücklich, wie sich in meinem Beruf das Leben in all’ seinen Facetten vor einem auffächert und ich so tiefe Einblicke in das Leben anderer Menschen bekomme.

Wir werden alle Kontakt halten – das ist sicher!

  • AutorDominique Klughammer
  • KameraWaldemar Hauschild
  • KameraGerald Fritzen
  • SchnittMarc Haenecke
  • SprecherCordula Senfft
  • ProduktionsleitungSusanne Gerriets (EIKON), Christian Stachel (ZDF)
  • ProduzentThorsten Neumann
  • RedaktionSilvia Schmidt-Kahlert, ZDF