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Justice

Die Mietrebellen - Wohnst du noch oder kämpfst du schon?

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Trailer "Mietrebellen"
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Sven Fischer, Mieter: "Ich möchte einfach nur in Frieden mit meiner Familie, meinen Kindern leben können."
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Hausbesitzerin Christa Liedtke: "Ich erwarte von heute, dass mein Haus legalisiert wird."
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Richterin Julia Scherf: "Wir bleiben dran."
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Viele Mieter verlieren ihre Wohnung, weil sie sich eine teure Sanierung nicht leisten können.
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Martin Masurat, Initiative "Bürger gegen Behördenwillkür": "Als Einzelner hat man da schon verloren, bevor man angefangen hat."
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Richterin Julia Scherf: "Die Gesetzeslage ist komplex. Welche Chancen haben Sie also, Ihr Zuhause zu retten?"
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Serie

  • Erstausstrahlung:
  • Länge: 30 Minuten
  • Sender: RTL

Produktion

  • EIKON Nord GmbH
  • Produktionsjahr: 2016
  • Produzent: Thorsten Neumann

Kontakt

Er gilt als widerspenstigster Mieter Berlins. Vom Ringen gegen eine energetische Sanierung um sein Recht auf Wohnen hat JUSTICE schon einmal erzählt. So wie von dem Fall einer Rentnerin, die in der Nähe von Köln wohnt. Sie soll ihr Haus abreißen, weil keine Baugenehmigung mehr auffindbar ist. Ein Schwarzbau? Auch die tapfere Oma wehrte sich und zog vor Gericht.

Seit Jahren kämpfen die beiden Mietrebellen um ihr Wohnrecht. Sie haben Unterstützer, die die juristischen Auseinandersetzungen verfolgen. Nicht jeder hat die Zeit, das Geld und die Nerven, um den Druck standzuhalten. Die meisten Mieter geben irgendwann auf.

„Jeder Mieter ist ein Mensch und muss sich nicht alles gefallen lassen!“, sagt der Mietrebell aus Berlin. Er geht an die Öffentlichkeit und schildert die mit der Sanierung verbundene Gesundheitsgefährdung. Prompt erhält er eine fristlose Kündigung wegen Verleumdung. Doch der Mietrebell bleibt. Es folgt die Räumungsklage.

Auch die ältere Dame, deren Haus vom Abriss bedroht ist, denkt nach Jahren des Bangens, des Kämpfens keineswegs ans Ausziehen. Sie legt beim Oberverwaltungsgericht in Münster Berufung ein. Am Tag der Urteilsverkündung kommen einige Nachbarn aus der örtlichen Initiative „Bürger gegen Behördenwillkür“ zum Gerichtstermin. Sie werden Zeugen eines Richterspruches, mit dem so niemand der Beteiligten gerechnet hat.

Welche Bedeutung hat das Urteil von Münster für andere Betroffene?  Und wird der Berliner Mietrebell weiter um sein Wohnrecht kämpfen, sollte er die Räumungsklage verlieren?

„Unbedingt dranbleiben!“

Am 24. Februar 2016 spricht das Oberverwaltungsgericht in Münster ein überraschendes Urteil. Der Fall: Eine Baubehörde will die Rentnerin Christa Liedtke zwingen, das Haus, in dem sie wohnt, abreißen zu lassen. Nicht nur lokale Medien verfolgen die Verkündung und die Begründung des Richterspruches. Auch Bürger aus Christa Liedtkes Heimatort Kürten sind im Gerichtssaal anwesend. Sie alle wollen aus erster Hand erfahren, ob die Rentnerin ihr 70 Jahre altes Fachwerkhaus am Breibacher Weg wirklich abreißen muss oder nicht.

Es sind aufregende Stunden. Ich bin als JUSTICE-Autor stellvertretend für meine Kollegin Riccarda Voss am Ort des Geschehens. JUSTICE hat schon einmal über den Fall „Christa Liedtke“ berichtet.

Erst im Gericht lerne ich die Protagonisten persönlich kennen, und ich bin erstaunt, wie dankbar sie über unsere Anwesenheit sind. Martin Masurat von der Bürgerinitiative gegen Behördenwillkür bittet mich herzlich, meine Kollegin Riccarda Voss zu grüßen, und er klärt mich auf: „Die JUSTICE-Sendung mit Richterin Julia Scherf hat uns allen in der Gemeinde und besonders Frau Liedtke viel Kraft gegeben und Mut gemacht.“ Und dass die EIKON Nord erneut über diese Geschichte berichtet, obwohl doch schon vor zwei Jahren ein Film gezeigt worden ist, finden alle Beteiligten richtig gut.

„Einfach dranbleiben, das ist nicht überall im Fernsehen üblich.“, fügt Herr Masurat hinzu.

Knapp einen Monat später ist JUSTICE auch im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg wieder unterwegs. Auch hier haben wir schon einmal eine JUSTICE-Reportage („Alle Mieter raus“) gedreht – es ging um das Problem der sogenannten Entmietung. Damals wie heute ist Sven Fischer unser Protagonist. Wir begleiten ihn seit über einem Jahr bei seinem Kampf um eine Wohnung, die im Rahmen einer energetischen Modernisierung für seine Familie und ihn unbezahlbar werden soll – und die er trotzdem nicht aufgeben möchte. Sven Fischer bestätigt die Aussage des Mannes aus dem Bergischen Kürten: „Ohne die ständige mediale Begleitung wären meine Familie und ich durch die Luxussanierer längst vertrieben worden. Es ist so wichtig, dem Zuschauer die menschlichen und rechtlichen Geschichten nahezubringen. Uns gibt das echt viel Kraft. Unbedingt dranbleiben!“

In diesem Sinne: Fortsetzung folgt am 25. April 2016.

  • ModerationJulia Scherf
  • AutorAndreas Kuno Richter
  • KameraThomas Henkel
  • KameraErik Hartung
  • KameraPeter Klein
  • KameraChristian Büttner
  • SchnittChristian Büttner
  • Musik/KompositionChristoph M. Kaiser
  • AnimationTina Obladen
  • ProduktionsleitungSusanne Gerriets
  • ProduzentThorsten Neumann
  • RedaktionStefan Suchalla