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Am Limit

Zeugen der Katastrophe im Mittelmeer

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Dokumentation

  • Erstausstrahlung:
  • Länge: 55 Minuten
  • Sender: RTL

Produktion

  • EIKON Nord GmbH
  • Produktionsjahr: 2016
  • Produzent: Thorsten Neumann

Kontakt

Eine Produktion der EIKON Nord im Auftrag von RTL in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Deutschland, Senderbeauftragter Christian Engels

„Das ist ziemlich aufregend. Ich bin im Gebiet, das ich mir über ein Jahr lang vorgestellt habe. Hier kommen tausende Menschen um. Mir war klar, hier muss ich sein, um Leben zu retten.“

Martin Kolek hat für seine Mittelmeerreise Urlaub genommen. Der 49jährige ist kein Berufsseemann. Der Musiktherapeut gehört zur Crew, die sich Mitte Mai 2016 in Maltas Hauptstadt Valletta freiwillig auf den Weg zur libyschen Küste gemacht hat.

Mehr als siebenhundert Menschen werden in nur einer Woche im Mai 2016 von der Crew der Hilfsorganisation Sea Watch aus dem Mittelmeer lebend geborgen. Zeitweilig nehmen sie mehr als 120 Flüchtlinge an Bord. Dennoch ertrinken allein in dieser einen Woche eintausend Menschen im zentralen Mittelmeer.

Unter den dreizehn Helfern sind Ärzte, Sanitäter, ein Koch, ein Schlosser, ein Keramiker, eine Juristin, Schiffstechniker und ein Kapitän. Auch ein Kamerateam der Hamburger EIKON-Nord-Filmproduktion ist mit an Bord der „Sea-Watch 2“. Die Rettungsteams werden von Notfallseelsorgern betreut, Stressmanagement vor und nach der Reise.  Vor der Küste Libyens suchen sie Flüchtlingsboote. Mit Schnellbooten bringen sie Rettungswesten zu verzweifelten Menschen und bewahren sie so vor dem Untergang. Sie organisieren deren Transport in sichere Häfen. Sie warten, bis Frachter, Marine oder andere große Schiffe die Flüchtlinge aufgenommen haben.

 Die Reportage begleitet die Lebensretter und zeigt, wie die Laien in Windeseile seemännische Fertigkeiten erlernen und sich die Crew auf mögliche Einsätze vorbereitet. Für die gesamte Schiffsbesatzung ist es eine Reise ans Limit. Am Nachmittag des 27. Mai 2016 holt Martin Kolek ein totes Baby an Bord des Schnellbootes. Er wollte retten und hält nun den Leichnam eines Kindes in seinen Armen. Dieses Foto bewegt die Welt. Für die Crew ist es ein Dokument gegen das Vergessen und gegen die Gleichgültigkeit.

  • AutorAndreas Kuno Richter und Christian Büttner
  • SprecherLeon Boden, Susanne Schwab
  • ProduktionsleitungSusanne Gerriets
  • ProduzentThorsten Neumann
  • RedaktionDieter Czaja, RTL und Christian Engels, EKD

Was uns antreibt

“Wir haben nicht nur gefilmt, sondern auch bei allen notwendigen Arbeiten auf der Sea-Watch 2 geholfen. Einmal sagte der erste Maschinist zu mir: "Kuno, ihr seid zwar unsere Journalisten, aber ihr seid auch zu hundert Prozent Teil der Crew." Das hat mich sehr bewegt.“

Andreas Kuno Richter, Autor