Kurzer Prozess. Eine Seefahrt in den Stasiknast.

Fünf Tage nach dem Bau der Mauer steigen junge Christen im Ostseebad Wolgast in der DDR auf einen Ausflugsdampfer. Die Jugendlichen machen einen Scherz und schreiben dem Kapitän einen launigen Zettel mit der „untertänigsten“ Bitte, doch „wegen der guten Stimmung an Bord“ zur dänischen Insel Bornholm zu fahren. Aus einem kleinen Spaß wird bitterer Ernst: wegen versuchter Republikflucht werden die beiden „Rädelsführer“ in einem Schauprozess zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Junge Christen galten in der DDR als Anhänger der „Nato-Kirche“, sie waren Feinde des Staates. Später gehören die beiden Verurteilten zu den ersten Häftlingen, welche die BRD aus dem Stasiknast freikauft.

50 Jahre später begeben sich fünf Jugendliche einer christlichen Gruppe auf Spurensuche, tragen die Kleidung von damals, geben ihre Handys ab, lassen sich ihre Haare schneiden und versuchen, die Geschichte neu zu erleben. Sie erleben die dunklen Momente der Einzelhaft, die schönen Momente von Menschlichkeit inmitten eines unterdrückerischen Systems und den Mut von Menschen, denen das Schicksal der Inhaftierten nicht egal war.

Ein Film von
Andreas Kuno Richter

Kamera
Erik Hartung 

Ton
Anne Gebhardt

Schnitt
Daniel Probst

Produktionsleitung
Susanne Gerriets

Redaktion
Dieter Czaja, RTL
Christian Engels, EKD

Produzent
Thorsten Neumann

Dokumentation / 48 Minuten / © 2011

Eine Produktion der EIKON Nord
im Auftrag von RTL
mit Unterstützung
der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur,
in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Deutschland

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